
von Heike Schülein
Im Mittelpunkt der Tschirner Gemeinderat-Sitzung vom Mittwochabend stand die Anschaffung neuer Atemschutzgeräte für die örtliche Wehr. Am Wochenende feiern die Floriansjünger 150-jähriges Bestehen.
Die Atemschutzgeräte - Modell Dräger PA 80 - der Freiwilligen Feuerwehr Tschirn sind mittlerweile rund 20 Jahre im Einsatz. Neben der regulären jährlichen Überprüfung steht in diesem Jahr die umfassende 6-Jahres-Prüfung an. Im Zuge dessen hat die zuständige Prüfstelle die Feuerwehr darüber informiert, dass diese Modellreihe veraltet ist und der Hersteller die Produktion von Ersatzteilen eingestellt hat.
„Aktuell sind die benötigten Komponenten zwar noch ab Lager verfügbar. Die reinen Materialkosten für den anstehenden Austausch würden sich jedoch bereits auf rund 8.800 Euro belaufen. Hinzu kommen die Arbeitskosten der Atemschutzwerkstatt“, erklärte Kämmerin Sabine Suffa, die sich - angesichts der mangelnden Zukunftssicherheit dieses Systems - gemeinsam mit der Feuerwehrführung intensiv mit einer nachhaltigen Ersatzbeschaffung auseinandergesetzt hatte. Die Ersatzbeschaffung - es handelt sich um jeweils vier Pressluftatmer und Lungenautomaten sowie zehn Vollmasken - hatte auch Kreisbrandrat Frank Fischer befürwortet. Auch mit der Rechtsaufsicht des Landratsamts wurde die Maßnahme bereits abgeklärt.
Für die Modernisierung der Ausrüstung stehen zwei Wege offen. Die Beschaffung neuer Dräger Geräte über die Fa. Ludwig GmbH würde Kosten von 14.845,30 Euro verursachen. Die Gemeinde Pressig hat in diesem Jahr eine Sammelbeschaffung über die Firma NeoVia durchgeführt, der sich die Feuerwehr Tschirn aktuell noch anschließen könnte. Die Kosten für die Geräte der Firma Auer würden sich hierbei - deutlich verbilligt für die Gemeinde Tschirn - auf 13.862,07 Euro belaufen.
„Ein Wechsel von Dräger auf Auer-Geräte hätte zudem den Vorteil, dass künftig alle vorgeschriebenen Prüfungen und Wartungen direkt in der Atemschutzwerkstatt in Teuschnitz erledigt werden könnten“, verdeutlichte die Kämmerin. Mit dem Vorgehen herrschte Einverständnis. Die Fa. NeoVia erhält den Auftrag zum Angebotspreis von 13.862,07 Euro.
Sitzungskalender 2026: In der konstituierenden Sitzung am 12. Mai wurde in der Geschäftsordnung festgelegt, dass der Gemeinderat mittwochs um 19.30 Uhr in der Gemeindekanzlei tagt. Für 2026 werden folgende Sitzungstermine festgelegt: 29. Juli, 16. September, 28. Oktober und 2. Dezember. Bei dringlichen Angelegenheiten wird es zusätzliche Termine geben. Angedacht ist zudem eine Bürgerversammlung im Spätherbst, bei der es insbesondere um anstehende Straßenbaumaßnahmen gehen soll. Ab 2027 soll - wie in Bayern gesetzlich vorgeschrieben - mindestens einmal im Jahr eine Bürgerversammlung einberufen werden, um wichtige Angelegenheiten der Gemeinde zu erörtern.
Hebesatzung erlassen: In der letzten Sitzung wurde die Hebesatzsatzung vom 20.11.2024 aufgehoben. Da die Gemeinde Tschirn keine gültige Haushaltssatzung hat, soll in der neuen Hebesatzsatzung - neben den Festsetzungen der Grundsteuer - auch die Festsetzung der Gewerbesteuer enthalten sein. Eine Änderung wird zwar von der Verwaltung empfohlen, aber vom Gemeinderat nicht gewünscht. Die Hebesatzsatzung wurde dementsprechend mit den bisherigen Festsetzungen erlassen - so für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Betriebe) mit 250 v. H., für die Grundsteuer B (Grundstücke) mit 185 v. H. sowie für die Gewerbesteuer mit 400 v. H. Die Satzung tritt rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft.
Informationen des Bürgermeisters
Tschirns Erster Bürgermeister Klaus Daum (CSU) berichtete von der konstruktiv verlaufenden Fraktionssprecher-Besprechung im Vorfeld - eine, in seinen Augen, sehr sinnvolle Vorgehensweise, um verschiedene Sachverhalte vorab verständlicher zu machen, was auch die Gemeinderats-Sitzungen verkürze. Bei der Sitzung der „ARGE Rennsteig“ am 18. Mai wurde Steinbachs Bürgermeister Thomas Löffler zum neuen Vorsitzenden gewählt. Bezüglich der zukünftigen Ausrichtung der interkommunalen Kooperationen wurde vereinbart, dass die ARGE zur Vermeidung von Doppelstrukturen noch enger vor allem mit der „ILE Thüringisch-Fränkische Rennsteigregion“ zusammenarbeiten wolle. Die ARGE setzt sich aus den Bürgermeistern der sechs Kommunen im nördlichen Landkreis zusammen. Ein weiteres Tschirner Gemeinderats-Mitglied in die ARGE zu entsenden, sei nicht notwendig. Stattgefunden haben auch die konstituierenden Sitzungen der VG und des Schulverbands Teuschnitz. Zum Vorsitzenden wurde jeweils der Teuschnitzer Bürgermeister Frank Jakob gewählt. Bei der VG hat er selbst - Klaus Daum - die erste Stellvertretung inne; Reichenbachs Bürgermeister Richard Balasz ist hier zweiter Stellvertreter. Beim Schulverband sind die Stellvertreterposten umgekehrt: Richard Balasz ist erster, Klaus Daum zweiter Stellvertreter.
In Sachen Straßenbau im Bergweg informierte er, dass die Maßnahmen - nach Rücksprache beim letzten Jour fixe - noch bis Mitte Juli andauern werden. „Ein Ende ist in Sicht“, freute er sich, dass sich die Bauarbeiten - trotz verschiedener Unwägbarkeiten - im Zeitrahmen befinden. Die Maßnahme stelle für die Anwohner eine große Belastung dar. Belohnt für ihre Geduld und Unannehmlichkeiten würden diese mit einer schönen neuen Straße für die kommenden Jahrzehnte. In diesem Zusammenhang gab er auch die Vergabe des Nachtragsangebots für den Ausbau des Bergwegs in Höhe von 19.381,28 Euro an die Fa. Strabag bekannt. Am Tag nach der Sitzung werde eine erste Tragschicht aufgetragen, um die Durchfahrt sicherzustellen und somit die Parkplätze für das am kommenden Wochenende stattfindende 150-jährige Jubiläum der Tschirner Wehr nutzen zu können. Der eigentliche Belag erfolgt im nächsten Bauabschnitt. Für ein gutes Erscheinungsbild bei den Jubiläums-Feierlichkeiten habe man den schäbig ausschauenden Sockel des Feuerwehrhauses saniert und den Turm streichen lassen. Die Arbeiten wurden mit moderaten Kosten ausgeführt.
Bei der Friedenseiche wurde leider ein Ast dürr. Die hinzugezogene Fa. Reso GaLa Bau Stadtsteinach kam zur Einschätzung, dass es sich dabei um einen Frostschaden handelt und der Ast durch den Frost abgestorben sei. Nach Rückschnitt der entsprechenden Stelle werde man die Entwicklung des Baumes weiter beobachten.
Anfragen/Sonstiges: Auf Vorschlag von Simone Keim (Alternative für Tschirn) wird das Gremium im September eine Ortsbegehung in Tschirn unternehmen. Erneut Simone Keim erkundigte sich hinsichtlich der bei der Dorfauffahrt nachgebesserten Pflanzen beziehungsweise Bodendecker, nachdem dies aktuell kein schönes Bild abgebe. Wie der Bürgermeister ausführte, werde es hier weitere Nachbesserungen geben. Entsprechende Sträucher seien bereits nachbestellt. „Wenn die Baumaßnahme fertig ist, wird alles sehr schön werden“, sicherte er zu.